
Bucheben hatte früher stark unter der Schlangenplage zu leiden, so daß die Bewohner schon ans Auswandern dachten (des wa schaud gwen...). Da kam eines Tages ein Handwerksbursch nach Bucheben. Der erfuhr von der Plage und ließ sich die Schauderdinge erzählen. Er erbot sich, gegen Verpflegung auf Lebenszeit die Schlagen zu vernichten.
Er verlangte freilich, daß eine weiße Schlange nicht darunter sein dürfe. Gegen solche habe er keine Gewalt. Der Fremde machte nun auf der Einödhöhe einen großen Reisighaufen und zündete ihn an. Er selbst stieg auf einen nahestehenden Fichtenbaum und spielte auf seiner Schwegelpfeife liebliche :-) Weisen auf.
Da kamen die Schlangen daher, von rechts und von links, von oben und unten und alle krochen dem Feuer zu, wo sie verbrannten. Schon glaubte der Fremde, jetzt sind sie alle kaputt, da hörte er aus der Ferne ein Zischen und Fauchen, das war die weiße Schlange, die in Schnelligkeit herbeikroch.
Ehe er sich umschauen konnte, wurde der Spielmann vom Baume herab ins Feuer geschleudert, wo er mit der weißen Schlange eines schmerzlichen Todes sterben mußte. Aber von da an war Bucheben von dem bösen Gewürm befreit.
(Quellen: "Unterpinzgau" - von Josef Lahnsteiner)Ergänzgung: Die Schlangenlärche (nicht Fichte) steht ja auf einem Felsen, dieser Felsen war eben auf der Einödhöhe, wo sich die Geschichte mit dem Feuer und den Flötenklängen abspielte. Aber durch einen Erdrutsch wurde der Felsen mit samt der Lärche ein paar hundert Meter weiter nach unten befördert, wo sie jetzt immer noch steht. Und als Denkmal steht dort wo der Fels vorher war heute die Einödkapelle.
(Quelle: mündliche Überlieferungen von Huatmo-Oma aus Wörth)P.S.: Die weiße Schlange war natürlich die "Köngigsschlange"!